Himmel-Herrgotts-Sakrament!
Die Kunst, (richtig) von Gott zu reden
27. April 2008
Mit Gott ist es ja wie mit den Menschen: Wir reden eher über sie als mit ihnen. Und dann
passiert es ganz schnell, dass sich ein falscher, unschöner Ton einschleicht, der weder uns, noch
den anderen gut tut. Darum verwechseln auch so viele Menschen das Reden über Gott mit
Glauben. Und das ist unendlich schade. Wer über das Küssen immer nur spricht, der verpasst
nämlich das Beste. Die Fragen heißen also: Wie kann ich mit Gott ins Gespräch kommen? Gibt
es eine lebensstiftende und befreiende Art, von Gott zu reden? Und was ist genau gemeint
mit: „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen"?
Ein Gottesdienst, der das 3. Gebot zur Sprache bringt und einlädt, auf himmlische Art und Weise selbst sprachfähig zu werden.
Nachlese
Dass in einer Kirche richtig Klartext geredet werden kann, bewies der GoSpecial am 27. April. Es ging um das 2. Gebot: „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen!" Und so erlebten die staunenden Besucher einen Prediger, der zunächst mal ordentlich fluchte. „Himmelhergottsakrament, Zefix Halleluja ...!" Fluch und Segen, so Schubert weiter, hängen im Leben wie auch in der Bibel ganz eng zusammen. Am Beispiel des alttestamentlichen Bileam zeigte Schubert, wie segensreich ein Mensch leben und reden kann, wenn er sich Gott anvertraut und selbst auf das Reden Gottes hört. Aus Bileams Mund kommt ein gigantischer Segen über Israel und nicht, wie erwartet, vernichtende Fluchworte. Ein weiterer Höhepunkt war eines der wohl besten Theaterstücke der 6-jährigen Kissinger GoSpecial-Geschichte. Darin zappte ein Ehepaar durch die TV-Kanäle auf der Suche nach guter Unterhaltung für den Samstagabend. Sie stolperten von einer Talk-Show in die nächste, von der Rede eines Politikers bis in die religiöse Lebensberatungs-Show. Überall, so stellten sie fest, sei auf die eine oder andere Art von Gott die Rede, überall werde Gott instrumentalisiert, nirgends aber würde „richtig" über Gott gesprochen. „Herrgottsakrament!" Und beim Toben und Fluchen des Ehemanns wurde das Theater auf einmal ganz hautnah und persönlich, denn plötzlich ging es nicht mehr um „die anderen" , sondern darum, wie wir uns selbst verhalten, wenn wir über oder mit Gott reden.
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